Pressemitteilung

LSVD+ Verband Queere Vielfalt Landesverband Saar e.V.

Saarbrücken, 29. Oktober 2026

Gewalthilfe im Saarland: LSVD+ Saar wirbt dafür, queere Betroffene von Anfang an mitzudenken

Das neue Gesetz schützt Frauen und ihre Kinder. Für queere Menschen gibt es bisher nur einen Prüfauftrag.

Wer Gewalt erlebt, braucht schnell einen sicheren Ort und jemanden zum Reden. Wie das Saarland diese Hilfe künftig organisiert, hat gestern der Landtag beraten. Dabei ging es um zwei Papiere: ein neues Landesgesetz, das die Vorgaben des Bundes umsetzt und für Frauen und ihre Kinder gilt, und einen Antrag der SPD-Fraktion. Der Gesetzentwurf wurde in erster Lesung angenommen und zur weiteren Beratung an den Ausschuss überwiesen, wie es üblich ist. Dort sollen auch Fachleute und Selbstvertretungen angehört werden. Der Antrag der SPD-Fraktion, der die Landesregierung beauftragt, auch Hilfe für queere Menschen und gewaltbetroffene Männer zu planen, wurde dagegen abschließend beschlossen. Die CDU stimmte sowohl dem Antrag als auch dem Gesetzentwurf zu.

Der LSVD+ Saar begrüßt beides. Frauenhäuser und Beratungsstellen bekommen endlich verlässlich Geld vom Land und müssen nicht mehr jedes Jahr neu um Zuschüsse bitten. Im ersten Entwurf des Gesetzes, zu dem der Verband im September Stellung genommen hat, kamen queere Menschen noch gar nicht vor. Jetzt hält das Gesetz fest, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität benachteiligt werden darf. Lesbische, bisexuelle und trans Frauen sind damit klar eingeschlossen.

„Das ist ein echter Fortschritt, und den erkennen wir an“, sagt Susanne Speicher, Sprecherin des LSVD+ Saar. „Schwule und trans Männer und nicht-binäre Menschen fehlen aber weiterhin. Dabei erleben auch sie Gewalt in ihren Beziehungen und Familien.“

Auch Sozialminister Magnus Jung nannte die Beschränkung des Bundesgesetzes auf Frauen in der Debatte einen Minimalkonsens. „Gewalt ist keine Frage des Geschlechts“, sagte er. Das Land will deshalb auch für Menschen Hilfe aufbauen, die das Bundesgesetz nicht erfasst. Wie nötig das ist, zeigt die aktuelle Dunkelfeldstudie LeSuBiA von Bundeskriminalamt und Bundesfamilienministerium: Queere Menschen sind bei allen untersuchten Gewaltformen häufiger betroffen als andere. „Wer Schutzangebote plant, muss mit den Menschen sprechen, die sie auch benötigen“, sagte die SPD-Abgeordnete Flora Schröder.

Der LSVD+ Saar hatte die Lücken im Gesetz bereits im Oktober in einem Gespräch mit Minister Jung angesprochen. Umso mehr begrüßt der Verband, dass Ministerium und SPD-Fraktion nun ein Konzept für die bisher nicht erfassten Gruppen auf den Weg bringen.

„Wir nehmen die SPD beim Wort“, so Speicher. „Dass der Antrag beschlossen ist, ist ein gutes Signal. Jetzt kommt es darauf an, dass am Ende auch im Gesetz steht, was der Antrag verspricht. Wir bringen uns in die Anhörung gern ein.“

Der LSVD+ Saar regt an:

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