PRESSEMITTEILUNG
Saarbrücken, 29. Juli 2026
Über 500 Menschen bei Mahnwache in Saarbrücken
Auf dem Tbilisser Platz haben am Mittwochabend über 500 Menschen der Opfer des Anschlags auf den CSD in Berlin gedacht.
Zur Mahnwache des LSVD+ – Verband Queere Vielfalt Landesverband Saar kamen am Mittwochabend über 500 Menschen auf den Tbilisser Platz vor dem Saarländischen Staatstheater. Das Theater war zum Zeichen der Solidarität bunt beleuchtet. Nach einer Rede von Vorstandsmitglied Sebastian Thul gedachten die Anwesenden gemeinsam der Getöteten und der Verletzten.
„Wir sind tief berührt von dieser Anteilnahme. Mit über 500 Menschen hatten wir nicht gerechnet", sagt Sebastian Thul, Vorstandsmitglied des LSVD+ Saar.
Der Verband verurteilt den queerfeindlichen islamistischen Anschlag auf das Schärfste. Zugleich warnt er davor, Musliminnen und Muslime pauschal in Haftung zu nehmen.
„Wir verurteilen islamistischen Terror in jeder Form. Aber wir stellen nicht alle Musliminnen und Muslime unter Generalverdacht. Religion und Ideologie sind zwei verschiedene Dinge. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was pauschale Zuschreibungen anrichten", sagt Julia Zimmermann, ebenfalls Vorstandsmitglied des LSVD+ Saar.
Thul verwies in seiner Rede darauf, dass queere Menschen aus mehreren Richtungen angegriffen werden. Unter dem Aufruf zur Mahnwache habe ein Kommentar gestanden, der sich über die Gefahr eines weiteren Fahrzeugangriffs lustig machte.
„Wir trauern heute. Aber wir werden unsere Lebensweise nicht ändern. Wir kämpfen jeden Tag und jedes Jahr aufs Neue für unsere Rechte. Und wir lassen uns nicht spalten", sagte Thul.
Der LSVD+ Saar fordert die konsequente Erfassung und Verfolgung von Straftaten gegen queere Menschen, die Rücknahme der Kürzungen bei LGBTIQ+-Projekten durch das Bundesministerium und die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes.
Über den LSVD+ Saar
Der LSVD+ – Verband Queere Vielfalt Landesverband Saar ist der saarländische Landesverband des LSVD+ und versteht sich als Bürgerrechtsverband. Unter dem Motto „Liebe verdient Respekt" wirbt er für die Akzeptanz queerer Lebensweisen und berät zu Coming-out, Diskriminierung und Gewalt. Der LSVD Checkpoint in der Mainzer Straße 44 in Saarbrücken ist Büro und Informationszentrum für queere Menschen im Saarland.
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